• 1850–1886

    2. Hälfte 19. Jahrhundert

    Im ungebrochenen Vertrauen auf den Fortschritt expandiert in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch die Industrie. Es erfolgt die Wandlung von der Handarbeit zur Maschine, vom Handwerk zur Fabrik und von der Einzelanfertigung zur Massenproduktion. Damit nimmt der Bedarf an Energie auch in der Schweiz gewaltig zu.


    1879

    Bereits im Sommer 1879 wird in St. Moritz die erste Gleichstrom-Lichtbogen-Beleuchtungsanlage der Schweiz und das erste kleine Wasserkraftwerk mit rund 7 kW Leistung zur Beleuchtung des Speisesaals im Kulm Hotel St. Moritz in Betrieb genommen.

    Speziell war, dass das Kraftwerk nur im Sommer Strom liefern kann, da der Bach im Winter kein Wasser führt.

    Gleichstrommaschine von Bürgin
    Bildquelle: Wikipedia (Techn. Museum Wien)


    1885

    In dieser Zeit eröffnet sich die Möglichkeit, den neuen Energieträger «Elektrizität» auch in der Schweiz wirtschaftlich nutzbar zu machen, denn ihre Übertragung auf Distanz ist möglich geworden.

    Arbeit in Lebensmittelfabrik
    Bildquelle: Maggi Archiv


    1886

    Im Mai 1886 liefert das erste schweizerische Kraftwerk Thorenberg in Littau – es ist das erste weltweit – erstmals Strom (Wechselstrom) über ein Stromnetz an Dritte.

    Kraftwerk Thorenberg
    Bildquelle: Wikipedia (EWL Luzern)

    In den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts entstehen schweizweit zahlreiche Kraftwerke und Elektrizitätsgesellschaften, welche im 21. Jahrhundert ihr 125 Jahr Jubiläum feiern können. Mitunter auch die onyx Energie AG (vormals Elektrizitätswerk Wynau).

    Den Stein ins Rollen für eine elektrische Versorgung im Oberaargau bringt Robert Müller-Landsmann. Er besitzt in Lotzwil eine kleine elektrische Turbine und teilt 1886 dem Gemeinderat von Langenthal mit, dass er seine Energie, er denkt an eine elektrische Strassenbeleuchtung, nach Langenthal transferieren möchte. Er findet aber wenig Echo.

    Robert Müller Landsmann
    Bildquelle: eigenes Bild


    Bild links: Blick in Industriebetrieb (Druckerei) ca. um 1900
    Bildquelle: Schweizerisches Sozialarchiv Zürich

  • 1891–1894

    1891

    Müller-Landsmann kauft beidseitig der Schränne in Wynau Land (Stufe auf felsigem Untergrund im Flussbett der Aare). Noch in demselben Jahr reicht er beim Regierungsstadthalter in Aarwangen ein Baugesuch für ein rechtsufriges Kanal-Kraftwerk ein.

    Schon damals erhebt sich Widerstand gegen das Projekt. Auch die Planung und Finanzierung übersteigt seine Möglichkeiten. Deshalb setzt er sich mit der Eidgenössischen Bank in Bern in Verbindung, welche 1890 die Schweizerische Luftdruck- und Elektrizitäts-Gesellschaft gründete. Diese nimmt sich der Finanzierung wie auch Realisierung des Projektes an.

    Situationsplan Kanalkraftwerk
    Bildquelle: eigenes Bild

    Querschnitt durch Wehr und Maschinenhaus
    Bildquelle: eigenes Bild


    1892

    Im Winter und Frühling startet ein Langenthaler Initiativ-Komitee, auf Anregung der Druckluftgesellschaft eine Propaganda Kampagne für die Elektrizität. Langenthal hat damals eine Strassenbeleuchtung mit Petrol-Laternen, die aber bei Mondschein aus der Konkurrenz fällt. Im Sommer findet in Langenthal das Kantonale Gesangsfest statt. Das Festzelt, das 2'300 Personen fasst, ist elektrisch beleuchtet. Tageshelle hat die Beleuchtung um sich verbreitet. Der Anlass ist beste Propaganda für die Elektrizität.

    Im gleichen Jahr tritt jedoch bei der Eidgenössischen Bank eine Krise ein. Sie und die Elektrizitäts- und Druckluftgesellschaft ziehen sich aus dem Geschäft Wynau zurück.

    Die Konzession, in die Müller-Landsmann grosse Beträge und Arbeit gesteckt hat droht nun wertlos zu werden. Neue Partner müssen her.


    1894

    Nun erwacht bei der Elektro-Industrie ein Interesse an baureifen Kraftwerks-Projekten. Nach anfänglicher Zurückhaltung kaufen Siemens & Halske Berlin das Projekt für 300'000.- von Müller-Landsmann.

    Der Regierungsrat des Kantons Bern genehmigt die Konzessionsübertragung und Anfang Mai 1894 etablieren sich Siemens & Halske in Langenthal.

    Am 18. Mai findet in Langenthal erneut eine öffentliche Veranstaltung statt und Siemens & Halske erläutern noch einmal das Projekt. Der Kanal fällt im überarbeiteten Projekt weg und aus der Aare sollen nun durch ein Flusskraftwerk mit fünf Turbinen und einem Wehr 3000 Pferdestärken Leistung erzielt werden.

    Siemens & Halske wollen das Werk bauen und die elektrische Ausrüstung dazu liefern. Sie beabsichtigen aber nicht das Werk auf weite Sicht selber zu betreiben.

    Im Herbst 1894 beginnen Siemens & Halske mit den Bauarbeiten. Auf der Baustelle sind 180 Arbeiter beschäftigt. Der Bau hat eine für die Region ungewohnte Grösse.

    Aktie Siemens & Halske
    Bildquelle: Siemens

    Arbeit an den Wehrpfeilern
    Bildquelle: eigenes Bild

    Situationsplan Flusskraftwerk
    Bildquelle: eigenes Bild


    Bild links: Schäumende Stromschnelle "Schränne"
    Bildquelle: Archiv Arnold Kölliker-Liechti

  • 1895–1898

    1895

    Es gelingt Siemens & Halske, die Deutsche Diskonto-Gesellschaft für die Finanzierung des Kraftwerks zu gewinnen. Zusammen mit der Basler Handelsbank gründen sie am 19. Februar 1895 in Langenthal die Aktiengesellschaft EW Wynau (EWW). Es werden 3000 Aktien ausgegeben.

    Aktie EW Wynau
    Bildquelle: eigenes Bild


    1896

    Bereits im Oktober 1895 ist das Maschinenhaus fertig und am Donnerstagabend, dem 23. Januar 1896 brennt in Langenthal die erste elektrische Strassenbeleuchtung.

    Maschinensaal Wynau
    Bildquelle: eigenes Bild

    Werk Wynau Oberwasserseite
    Bildquelle: eigenes Bild

    Auch der erste Berufstaucher der Schweiz (Eminio Armando Felice De Polo) ist bereits zu Anfangszeiten in die Arbeiten zum Betrieb des Kraftwerks involviert.

    Er wird später auch an andere Kraftwerke und für andere Aufgaben ausgeliehen.

    Berufstaucher
    Bildquelle: eigenes Bild


    Für die Nutzung elektrischer Energie muss ein Leitungsnetz aufgebaut werden. Dagegen gibt es Widerstand, vereinzelt muss enteignet werden. Stangen sind nicht erwünscht und die Bauern fürchten Drahtstücke im Futter der Kühe. Es ist vermutlich auch eine Frage einer angemessenen Entschädigung, die zu Diskussionen führt. (Durchleitungsrechte verursachen z.T. bis zu 40 % der Erstellungskosten von Leitungen).

    Leitungsbau zu Anfangszeiten
    Bildquelle: Patrick Lieberheer


    Ab 1896 werden u.a. das Eisenwerk Klus der Von Roll AG, die Firma Gugelmann mit ihren Textilfabriken, die mechanischen Werkstätte U. Ammann, Teppichfabrik Ruckstuhl & Schär und ab 1897 die Karbidfabrik Luterbach mit Wynau-Strom versorgt.

    Giesserei Von Roll
    Bildquelle: Archiv Von Roll


    Zu diesem Zeitpunkt ist aber bei weitem noch nicht alle Energie verkauft. Siemens & Halske und das EWW bauen zur Verwertung der Überschuss-Energie in Langenthal eine eigene Karbidfabrik. Daraus wird nie und für niemand ein Geschäft, und 1900 brennt sie, versichert ab.

    Noch im Jahr 1896 verkaufen die beiden bei der Gründung der AG beteiligten Banken ihre Aktien an die Schweizerische Gesellschaft für elektrische Industrie (Indelec), ein Bankenkonsortium Schweiz/Deutschland.

     

    Elektrischer Karbidofen
    Bildquelle: Polytechnisches Journal


    1898

    Bereits sind 13 industrielle Betriebe für Kraft und vier Gemeinden für Licht (Langenthal, Herzogenbuchsee, Riken und Aarwangen) Abonnenten des EW Wynau.

    Verwaltungsgebäude und Carbidfabrik
    Bildquelle: Buch 100 Jahre EWW


    Bild links: Werk Wynau Unterwasserseite
    Bildquelle: eigenes Bild

  • 1900–1903

    1900

    Aus einer harten Konkurrenzsituation heraus beginnt das EWW und die angrenzenden Werke ihre Versorgungsgebiete gegenseitig vertraglich abzugrenzen. Eine wirtschaftliche Versorgung der Region muss gewährleistet sein.

    1900 erfolgt die erste Vereinbarung mit dem EW Wangen. Es folgen, auf Initiative des EW-Wynau, Verträge mit den EW Olten-Aarburg (der späteren ATEL), mit der solothurnischen Gesellschaft Aare-Emmenkanal (AEK) und den Vereinigten Kander- und Hagneckwerken (der späteren BKW).


    1901

    Nach langem Zögern von Huttwil wird 1901 die Hochspannungsleitung Langenthal - Huttwil erstellt. Davon ist die Erschliessung des ganzen Langeten-Tales abhängig. Als erstes können die Gemeinden Eriswil, Huttwil, Kleindietwil, Roggwil, Langenthal Schoren und Wynau für den Anschluss an das Netz gewonnen werden.

    Die grosse Nachfrage nach elektrischer Energie im Kanton Baselland hat die Genossenschaft Elektra Baselland veranlasst, mit den Elektrizitätswerken Wynau in Verbindung zu treten. Man beschliesst die Stromversorgung von Waldenburg und Langenbruck gemeinsam an die Hand zu nehmen. Die Elektrizitätswerke Wynau erstellen die Fernleitung über den oberen Hauenstein. Die Elektra Baselland ist für die Durchleitungsrechte, Verteilnetze und den Verkauf der Energie an die Konsumenten zuständig.


    1902

    Das erste nationale Elektrizitätsgesetz für Stark- und Schwachstromanlagen wird in Kraft gesetzt.


    1903

    Anfang Jahr erfolgt eine Erweiterung des Absatzgebietes im Kanton Baselland durch den direkten Abschluss von Energielieferverträgen mit den Genossenschaften Elektra Diegten, Hölstein, Lampenberg und Oberdorf.

    Um die Jahrhundertwende sucht die kriselnde Indelec Käufer für die EW Wynau-Aktien. Mögliche Abnehmer sind vorhanden aber auch in der Öffentlichkeit der Region erwacht das Interesse am EWW. Der Langenthaler Gemeindepräsident Gottfried Rufener und Arnold Gugelmann, Verwaltungsrat im EWW wollen das Werk der Spekulation entziehen und treiben das Geschäft voran. Am 5. Mai 1903 finden sich 60 Vertreter aus 15 Gemeinden der Ämter Aarwangen, Wangen und Trachselwald zur Beratung des Geschäfts in Langenthal ein.

    Gottfried Rufener
    Bildquelle: eigenes Bild

    Arnold Gugelmann
    Bildquelle: eigenes Bild

    Der Ausbau der Versorgung des Oberaargaus erfolgt nun schrittweise. Die Gemeinden bestimmen den Zeitpunkt des Anschlusses. Sie haben für einen minimalen jährlichen Strombezug geradezustehen, der 15% der ersten Anlagekosten für Zuleitung und Verteilnetz ausmacht.

    Für geschlossene Ortschaften sind die Erschliessungskosten relativ gering. Rohrbachgraben beispielsweise gehört nicht zu diesen. Da diese Gemeinde mit dem Werk zu keiner Einigung kommt, gründen die Interessenten 1911 die Elektra Rohrbachgraben.

  • 1906–1912

    1906

    Ursprünglich wird die elektrische Energie zur Produktion von Licht und Kraft eingesetzt. Später kommt die Verwendung in der Küche, im Boiler und im Heizkörper dazu. Sie findet Anwendung in Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft. Zur Bewältigung der Spitzenlasten wird 1906 zusätzlich eine Dampfturbine von 600 kW Leistung in Betrieb genommen.

    Zentrale Wynau mit Dampfturbinen-Gebäude
    Bildquelle: eigenes Bild


    1907

    Ab 1907 beziehen die Langenthal-Jura-Bahn und ab 1917 die Melchnau-Bahn elektrische Energie von den EWW.

    Langenthal-Jura-Bahn
    Bildquelle: eigenes Bild


    1908

    Mitverantwortlich für eine rasche Entwicklung der Elektrizitätsversorgung in der Schweiz sind auch die Berg- und Eisenbahnen. Die Elektrizität erlaubt den Bau und Betrieb sehr vieler Bergbahnen (Zahnrad-, Standseil- und Schwebebahnen).

    Bei der Eisenbahn sind beispielweise der Albulatunnel beim Bau zunächst noch für Dampflokomotiven bestimmt gewesen, setzt man bei der Bernina-Linie, welche zwischen 1908 – 1910 etappenweise eröffnet wird, von Anfang an auf Elektroantrieb.

    Elektrifizierte Bernina Linie (RHB)
    Bildquelle: Verlag Wehrli (Sammlung RH)


    1908 erhält der Bund die Oberaufsicht über die Nutzbarmachung der Wasserkraft.

    Auch nördlich der Aare bilden sich nach und nach fünf Genossenschaften. Sie erstellen, wie weitere neun Solothurner Gemeinden, die Verteilanlagen selber und beziehen den Strom in Hochspannung. Sie bleiben dadurch in ihrer Versorgung unabhängiger. Oensingen, Balsthal und das Eisenwerk Klus gehen später an die Konkurrenz verloren.


    Im Jahre 1906 wird die Porzellanfabrik Langenthal gegründet. Ab 1908 erfolgt die Produktion von Hotelporzellan, dann auch für Private. Ab 1919 fertigt Langenthal sogenanntes Elektroporzellan wie Isolierperlen und Isolatoren.

    Die Elektrizität ist etwas Neues, etwas Faszinierendes, sowohl für das breite Publikum als auch für ein Installationsgewerbe, das sich einarbeiten und entwickeln muss. In der Folge sind es Spengler und Schlosser, die sich engagieren. Pannen sind nicht selten. Erste Installationsvorschriften der Gemeinde Langenthal zusammen mit den EWW bestimmen, dass die Befestigung von Leitungsdrähten (damals noch unisoliert), nicht mit Nägeln und Stiften vorgenommen werden dürfe sondern ausschliesslich auf Porzellan zu erfolgen habe.

    Langenthaler Isolatoren
    Bildquelle: Buch 100 Jahre EWW


    1912

    Durch die Inbetriebnahme des Kraftwerks Augst erwächst im Herbst 1912 den EWW im Kanton Baselland eine Konkurrenz, welche die Energiegeschäfte erschweren. In den folgenden Jahren und vor allem während des ersten Weltkrieges können nur noch die Oertsnetze von Langenbruck und Waldenburg mit Strom versorgt werden. Im Jahre 1920 hört die Stromversorgung auch nach diesen beiden Ortschaften gänzlich auf.

  • 1914–1925

    1914

    Der erste Weltkrieg (1914 – 1918) und später der Zweite beeinflussen wesentlich die Entwicklung und das Wachstum der EWW. Im ersten Weltkrieg wird das Petrol teuer und schlecht. Die Anzahl elektrischer Lampen im Versorgungsgebiet verdoppelt sich. Ab 1916 wechseln die EWW gratis die energiefressenden Kohlefadenlampen gegen sparsamere Metalldrahtlampen aus.

    Kohlefadenlampe
    Bildquelle: ebay

    Metallfadenlampe
    Bildquelle: Wikipedia


    Auch die Industrie stellt auf Elektrizität um. Elektromotoren und Futterkocher halten in der Landwirtschaft Einzug. Die Dreschmaschinen mit Elektromotor übertreffen in der Leistung alles Bisherige.

    Dreschmaschine
    Bildquelle: Wikipedia


    1917

    Die EWW sind an der Grenze des Möglichen angelangt. 1917 wird mit der BKW ein Vertrag über die Lieferung von 500 kW Ersatzenergie abgeschlossen. Im Jahr 1923 sind es bereits 2’100 kW.


    1921

    Auf Grund der steigenden Nachfrage wird der Bau des linksufrigen Kraftwerkes Schwarzhäusern beschlossen. Das bestehende Wynau-Wehr kann auch für dieses Werk benutzt werden. Zur Finanzierung des Ausbaus (veranschlagt sind 6.1 Mio. Franken) wird der Kreis der Aktionäre um 18 auf 45 erweitert. Die jährliche Gesamt-Produktionsmenge kann mit diesem Ausbau auf 61 GWh erhöht werden

    Maschinensaal Werk Schwarzhäusern
    Bildquelle: eigenes Bild


    1925

    Das Kraftwerk Schwarzhäusern mit vier vertikalachsigen Propellerturbinen (eine europäische Neuheit) wird in Betrieb genommen.

    Werk Wynau und Schwarzhäusern
    Bildquelle: eigenes Bild


    Die Haushalte nutzen die neue Energiequelle als erstes fürs Licht. Ein grosser Vorteil der Stromlampen gegenüber Petrollampen ist, dass sie nicht jeden Tag aufwändig gereinigt werden müssen. Zu Beginn bezahlt jeder Haushalt für den Anschluss ans Stromnetz eine Pauschale, es gibt noch keine Stromzähler. Je nach Anzahl eingesetzter Glühlampen fällt der Betrag höher oder geringer aus. Die Glühlampen können jedoch nur beim EW bezogen werden. Die Leute gehen aber auch sehr kreativ mit der Verrechnungsmethodik um und hängen auch Bügeleisen ans Stromnetz – ohne dafür bezahlen zu müssen

    Elektrisches Bügeleisen
    Bildquelle: eigenes Bild

  • 1932–1939

    1932

    Im Werk Wynau wird zusätzlich eine Dieselgruppe, mit einer Leistung von 2’700 kW, zum Abedecken der Spitzenlasten in Betrieb genommen. Die Dampfturbine aus dem Jahre 1906 kann 1947 und die Dieselgruppe 1961 zur Weiterverwendung verkauft werden.


    1933

    Ab 1. Januar erfolgt die Messung des Verbrauchs erstmals mit Energiezähler.

    Stromzähler
    Bildquelle: eigenes Bild


    Das Versorgungsgebiet der EWW wächst kontinuierlich weiter, nach und nach werden neue Gemeinden sowie Industrie- und Gewerbebetriebe (z.B. Textilfabrik Gugelmann Roggwil) an das Stromnetz angeschlossen.

    Industriebetrieb Gugelmann Roggwil
    Bildquelle: polyreg.ch


    Die elektrische Energie löst auch eine zweite industrielle Revolution aus – die erste ist durch die Kohle getrieben gewesen – und erlaubt nun auch kleineren Betrieben und Gewerbetreibenden, Motoren anzuschaffen. Eine Dampfmaschine haben sich diese kaum leisten können. Bis in die 1930 Jahre gilt Elektrizität als Zeichen für Fortschritt und Moderne.

    Elektromotor
    Bildquelle: Maschinenmuseum Bad Driburg


    Der Aufstieg des öffentlichen Sektors im Bereich der Elektrizitätsversorgung ist vor dem Hintergrund der Kommunalisierung und Kantonalisierung der energie-wirtschaftlichen Infrastruktur und der wachsenden Kritik an den vom Service public profitierenden privaten Firmen zu sehen, die allzu häufig von ausländischem Kapital abhängig sind. Die Elektrizitätsgesellschaften werden wie die Gaswerke ab Ende der 1880er Jahre von den Gemeinden aufgekauft, woraus sich das für die Schweiz typische System der Gemeindewerke entwickelt.

    Das kommunale Modell verbreitet sich rasch: 1918 verfügten bereits 44 Städte und Gemeinden über eine eigene Stromversorgung. Die Kantone profitieren von ihrem Recht, Konzessionen auf die Nutzung der Wasserkraft zu verleihen, und können mit Unterstützung ihrer Kantonalbanken private Werke aufkaufen, was sie der Gründung eigener Unternehmen vorziehen.

    In Zuge dieser Entwicklungen übernimmt die Stadt Langenthal bereits 1908 die Verteilanlagen von den EWW auf Stadtgebiet. Bis 1948 tun das 15 Gemeinden (vor allem die mit geschlossenen Ortschaften und grösserem Stromverbrauch) den Langenthalern gleich.


    1937

    1937 und 1941 richten die Porzellanfabrik Langenthal zwei Elektro-Öfen mit zusammen 1’100 kW Anschlusswert ein. Dadurch beträgt ihr Strombezug 11% des gesamten Umsatzes des EWW.


    1939

    Auch die Schweizerischen Bundesbahnen tragen massgeblich dazu bei, dass sich auf dem Schweizer Schienennetz der Elektroantrieb rasch durchsetzt. Schon 1939 sind in der Schweiz 77 Prozent des Schienennetzes elektrifiziert. In anderen europäischen Ländern liegt der Durchschnitt erst bei 5 Prozent.

    Elektrifizierung der SBB
    Bildquelle: watson.ch


    Bild links: Dieselgruppe im Werk Wynau
    Bildquelle: eigenes Bild

  • 1941–1956

    1941

    Das eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement ordnet Sparmassnahmen an. Diese werden jeweils im Frühling aufgehoben und im Herbst wieder erneuert. Auch noch im Jahr 1949 darf man, gemäss den Vorschriften, nur samstags und sonntags warm baden!


    1948

    Der zunehmende Energieverbrauch führt dazu, dass die Leistungsfähigkeit der Verteilanlagen erhöht und die Betriebssicherheit verbesser werden muss. Die Netzkapazitäten werden u.a. durch den Bau von 50 kV Netzen erhöht. In dieser Zeit wird die 50 kV-Speiseleitung Bickingen-Lotzwil erstellt und im gesamten Netz die Verteilspannung von 9 auf 16 kV erhöht. 1948 entsteht das neue Unterwerk Lotzwil und die Unterwerke Lindenholz und Wynau werden erweitert.

    Unterwerk Lotzwil
    Bildquelle: eigenes Bild

    Transformatorenstation Reisiswil & Auswil
    Bildquelle: eigenes Bild


    Zur Erhöhung der Versorgungssicherheit und für eine aktive Netzbewirtschaftung wird ab 1948 die Fernbedienungstechnik und für die gezielte Laststeuerung Netzkommandoanlagen in den Unterwerken eingebaut. Als erstes bei den Unterwerken Lotzwil und Lindenholz.

    Blick in ein Unterwerk
    Bildquelle: eigenes Bild


    1950

    Die technische Entwicklung erlaubt ab den fünfziger Jahren die Erstellung betriebssicherer 16 kV und 50 kV Kabelanlagen. Dies wird notwendig, weil die immer dichtere Überbauung dazu führt, dass Hochspannungsleitungen in die Siedlungsgebiete hineingeführt werden müssen. Dafür steht aber immer weniger Platz zur Verfügung und es müssen auch ästhetische Aspekte berücksichtigt werden.

    Verkabelungsarbeiten
    Bildquelle: Arnold AG

    Verkabelungsarbeiten
    Bildquelle: Arnold AG


    1956

    Das erste kommerziell genutzte Kernkraftwerk geht im englischen Calder Hall in Betrieb.

    Bild links: AKW Calder Hall
    Bildquelle: Wikipedia

  • 1957–1971

    1957

     Im Spätsommer kann die Verwaltung der EWW an der Waldhofstrasse in einen neu erstellten Gebäudekomplex bestehend aus Verwaltungsgebäude, Garagen, Lagergebäude mit Werkstatt einziehen.

    In demselben Jahr übertrifft die zugekaufte Energie erstmals die Eigenproduktion.

    Verwaltungsgebäude EWW
    Bildquelle: eigenes Bild


    1965

    Eines der wenigen fossil betriebenen Kraftwerke in der Schweiz, das Schwerölkraftwerk «Chavalon VS» nimmt in im Jahr 1965 seinen Betrieb auf. Das Kraftwerk wird 1999 stillgelegt.

    Kraftwerk Chavalon (VS)
    Bildquelle: Francois Perraudin


    Ende der Sechzigerjahre träumen der damalige Direktor Sigmund Bitterli und der Verwaltungsrat vom unbeschränkten Zugang zum billigen Atomstrom. Grosse Reaktoren liegen aber schliesslich ausserhalb der Möglichkeiten. Eine Beteiligung am AKW Gösgen steht zur Diskussion, aber auch hier ist der Brocken zu gross.


    1968

    Furna (Region Prättigau/Davos) einer der letzten Gemeinden in der Schweiz wird elektrifiziert.


    1969

    Im Sommer, nach vier Jahren Bauzeit, nimmt das erste Kernkraftwerk in der Schweiz (Beznau I) seinen Betrieb auf. Die Produktionsleistung beträgt 365 MW.

    Beznau I
    Bildquelle: ETH Bibliothek lizenziert für Creative Commons


    1970

    Im Jahr 1970 beträgt der gesamte Energieumsatz der EWW 262,9 GWh. Er wird gedeckt durch 74.9 GWh Eigenproduktion, 133,9 GWh Bezug BKW und 54,1 GWh Bezug ATEL.


    1971

    Das Kernkraftwerk Beznau II nimmt seinen Betrieb auf.

    Bild links: Beznau II
    Bildquelle: Roland Zumbühl, Picswiss

  • 1972–1975

    1972

    Die Aktien der Elektrizitätswerke Wynau sind seit 1903 ausschliesslich im Besitz der bernischen Stromabnehmer-Gemeinden und -Genossenschaften. 1972 meldet die Elektra Gäu als Vertreterin ihrer sieben Gemeinden und der Elektra Wolfwil Interesse an, Aktien der Elektrizitätswerke Wynau AG zu erwerben. Sie erwarten dadurch mehr Mitsprache und günstigere Tarife. In diesem solothurnischen Versorgungsgebiet macht die Wirtschaft, zum Teil wegen des Autobahnbaus, eine stürmische Entwicklung durch. Das Gebiet bezieht 1974 ein Fünftel des umgesetzten Stromes der EWW. Die Elektrizitätswerke Wynau AG ihrerseits haben alles Interesse das Verhältnis zu diesem wesentlichen Absatzgebiet enger zu gestalten.

    In die sich anbahnenden Verhandlungen wird auch die Gemeinde Murgenthal einbezogen. Übrigens ein Strombezüger der ersten Stunde (Riken).


    Das 3. Kernkraftwerk in der Schweiz (Mühleberg) geht in Betrieb.

    Mühleberg im Bau
    Bildquelle: Werner Friedli


    1973

    Zur Unterstützung der Vertriebspartner bei der Planung derer Verteilnetze, Mithilfe in der Realisierung der Projekte, Betreuung der Netzpläne usw. wird 1973 der Bereich «Beratung und Projektierung» geschaffen. Auch Leistungen für den Themenbereich Strassenbeleuchtungen werden angeboten.


    1974

    An einer ausserordentlichen Generalversammlung wird beschlossen, die Zahl der Aktionäre zu erhöhen. Die neuen Aktionäre sind: Egerkingen, Fulenbach, Härkingen, Kestenholz, Neuendorf, Niederbuchsiten, Oberbuchsiten und Murgenthal sowie die Elektra Genossenschaften Wolfwil, Guldenthal, Holderbank, Mümliswil und Thal.


    1975

    Das erste grosse, geländegängige Arbeitsfahrzeug wird angeschafft. Ein Unimoc mit Kran, Erdbohrer, Ladebrücke und weiteren technischen Spezialfunktionen.

    Unimoc
    Bildquelle: Eigenes Bild


    In den frühen Morgenstunden des 30. August 1975 richten ungestüme Wassermassen in Langenthal und in den Dörfern entlang der Langete grosse Schäden an.

    Durch mehrere Gewitter im Einzugsgebiet der Langete steigert sich die Wassermenge auf mehr als das Doppelte der bisher bekannten Hochwasser. Auch die Liegenschaften der EWW an der Waldhofstrasse ist betroffen. U.a. wird das Archiv vollständig vernichtet.

    Mit diesem «Jahrhunderthochwasser» wächst der Druck für eine Lösung des Problems. Es führt schliesslich zum Bau des Entlastungsstollens der 1991 eingeweiht wird.

    Überflutung Langenthal
    Bildquelle: langenthal.com

    Bild links: Überflutung Langenthal
    Bildquelle: langenthal.com

  • 1976–1981

    1976

    In diesem Jahr wird bei der Papierfabrik Tela in Niederbipp eine weitere Produktionsstrasse in Betrieb genommen. Dies bringt eine starke Zunahme der Netzbelastung. Die Versorgung ab UW Klus reicht gerade noch aus, aber die eine Einspeisung ist für die Zukunft zu risikoreich. Eine zweite Einspeisung ab Wynau nach Niederbipp wird geprüft und in den folgenden Jahren auch realisiert. Sieben Jahre später kann das neue UW Niederbipp in Betrieb genommen werden.

    Tela Niederbipp
    Bildquelle: Kimberly Clark


    1978

    Mit einer 1.1 km langen Aarebettvertiefung in den Jahren 1978/1979 unterhalb des Kraftwerks kann die Produktion im Werk Schwarzhäusern mit dem zusätzlich gewonnenen Gefälle um 14% gesteigert werden. Insgesamt werden 88'650 m3 Material ausgehoben.

    Durch die stetige Zunahme des Stromverbrauchs im Versorgungsgebiet der EWW entfallen mittlerweile fast 80% auf den Fremdenergiebezug, dies bei ATEL und BKW.

    Ausbaggerung Aare
    Bildquelle: Eigenes Bild


    Erstmals erbringen 1978 die EWW kaufmännische Dienstleistungen an ein EVU. Für die Elektra Genossenschaft Holderbank erledigt das Unternehmen die Buchhaltung.


    1979

    Nach dem Probelauf nimmt im November das Kernkraftwerk Gösgen seinen kommerziellen Betrieb auf.


    1980

    Der Verwaltungsrat der EWW erteilt den Auftrag für ein Vorprojekt «Neubau KW Wynau».


    1981

    Die Energieberatungsstelle Oberaargau nimmt für Private, Betriebe und Gemeinden in den Räumlichkeiten der EWW ihre Tätigkeit auf. Das Angebot wird gemeinsam mit dem Planungsverband Oberaargau getragen.


    Für die Verstärkung der Versorgung im Gäu wird damit begonnen, die Betonmastenleitung mit einem zweiten Strang auszurüsten.

    Betonmastenleitung
    Bildquelle: eitenes Bild


    Das Vorprojekt zum geplanten Kraftwerkneubau zeigt auf, dass bei einer Realisierung des neuen Maschinenhauses und einer gleichzeitigen Ausbaggerung der Aare die Produktionsmenge auf 162 GWh/Jahr verdoppelt werden könnte. Für eine Ausbaggerung entsteht jedoch Widerstand aus Umweltschutzkreisen und der Bevölkerung.

    Bild links: erstes Modell Neubau KW Wynau
    Bildquelle: eigenes Bild

  • 1982–1986

    1982

    Mit dem Ziel, der Bevölkerung das Neubauprojekt aufzuzeigen, werden in den Kraftwerken Wynau/Schwarzhäusern drei Tage der offenen Tür durchgeführt. Über 7500 Besuchende folgen der Einladung.

    Tag der offenen Tür in Wynau/Schwarzhäusern
    Bildquelle: eigene Bilder


    1983

    Im Jahr 1983 entscheidet das Bundesgericht zu Gunsten der Einsprecher, was zukünftig eine Ausbaggerung der Aare verunmöglicht. Das Neubauprojekt wird daraufhin überarbeitet (KW mit Unterwasserstollen) und 1984 neu aufgelegt. Dagegen gehen erneut über 150 Einsprachen ein. In der Folge wird eine umfangreiche Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) in Auftrag gegeben.

    Skizze Stollenbauprojekt
    Bildquelle: Eigenes Bild


    Das im Sommer fertiggestellte UW Niederbipp dient der Versorgung des Gebietes Niederbipp mit der Papierfabrik Tela.

    Unterwerk Niederbipp
    Bildquelle: eitenes Bild


    Ein neuer Heizungstarif wird eingeführt, womit Speicherheizungen werkgesteuert und dadurch die Netzbelastung aktiv gesteuert werden kann.


    Ende Jahr geht das fünfte und letzte Kernkraftwerk (Leibstadt) der Schweiz in Betrieb.


    1986

    Am 26.4.1986 ereignet sich die Nuklearkatastrophe in Tschernobyl.

    Bild links: Tschernobyl
    Bildquelle: Tagblatt LETZEBUERG


    Als Demonstrationsobjekte für Gemeinden und Private werden in den Mehrzweckgebäuden Dürrenroth und Walterswil bivalente Wärmepumpenanlagen installiert.


    Der seit Mitte der fünfziger Jahre stark gestiegene Strombedarf hat auch den Ausbau der regionalen und lokalen Netzinfrastrukturen vorangetrieben. Für eine sichere und zuverlässige Versorgung werden fortwährend Transportleitungen, Unterwerke und Trafostationen verstärkt oder neu erstellt.

    Netzausbauten für eine sichere und zuverlässige Versorgung
    Bildquelle: eigene Bilder

  • 1987–1990

    1987

    Die umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung wird abgeschlossen. Unter Anmerkung einiger Anpassungen am Projekt könne dem Projekt zugestimmt und das Bauvorhaben als umweltverträglich eingestuft werden.


    1988

    Der Grosse Rat des Kantons Bern hat dem EWW die Konzession für ein neues Kraftwerk Wynau erteilt. Gegen diesen Konzessionsbeschluss erheben Umweltorganisationen Beschwerde beim Bundesrat und beim Bundesgericht. Auch der Regierungsrat des Kantons Solothurn hat eine grundsätzliche Befürwortung des Konzessionsgesuches beschlossen. Den definitiven Entscheid muss aber das Stimmvolk fällen.


    Weitsichtige Firmen und Institutionen befassen sich in den siebziger und achtziger Jahren mit den Möglichkeiten, neben den bewährten Energiequellen aus Wasser- und Kernkraft auch weitere Ressourcen zu erschliessen. Die Photovoltaik, das heisst die Stromerzeugung aus Sonnenenergie, gilt dabei als ein grosser Hoffnungsträger.


    Aufgrund der positiven Betriebserfahrung mit einer Anlage auf dem Elektrowatt-Gebäude in Zürich wird 1985 die Idee eines eigentlichen Sonnenkraftwerks entwickelt.

    Am 17. Mai 1988 wird das Baugesuch für die Errichtung eines Sonnenkraftwerks von 500 Kilowatt Leistung eingereicht. Knapp elf Monate später wird die Baubewilligung erteilt. Den Initianten, der BKW und Elektrowatt gelingt es, innert Jahresfrist eine breit abgestützte Trägerschaft für das Projekt zu begeistern. Am 6. Juni 1990 erfolgt die Gründung der Gesellschaft Mont-Soleil, welcher die EWW in demselben Jahr beitritt.

    Mont Soleil
    Bildquelle: swiss info


    1990

    Am 1. April 1990 hat das Solothurner Stimmvolk der Konzession für die Neuanlage KW Wynau zugestimmt. Nach eingehender Lagebeurteilung beschliesst der Verwaltungsrat das Projekt zu unterteilen. Erste Etappe Maschinenhaus und Stauwehr, zweite Etappe Unterwasserstollen.

    Bild links: Finales Modell Neubau KW Wynau
    Bildquelle: Eigenes Bild


    Die Volksabstimmung vom 23. September 1990 bringt den Energieartikel in der Bundesverfassung und ein zehnjähriges Moratorium für den Bau neuer Kernkraftwerke. Den Auftrag der Stimmberechtigten erfüllt der Bundesrat mit dem vorerst auf zehn Jahre befristeten Aktionsprogramm Energie 2000.

    Das Programm hat zum Ziel: weniger fossile Energien, Wasserkraft und erneuerbare Energien steigern sowie Energieverbrauch senken.

    Modellversuche ETH für Verbesserung der Anströmung beim neuen Kraftwerk
    Bildquelle: eitenes Bild

  • 1991–1993

    1991

    Die Projektierungsphase der ersten Etappe des Neubaus KW Wynau kann Ende Jahr abgeschlossen werden. Zudem liegen der positive Bauentscheid und die Plangenehmigung vor.


    1992

    Auf einer Geschäftsreise im Zusammenhang mit dem Kraftwerksneubau stürzen am 8. Februar 1992 der Direktor der EWW, der Betriebsleiter der Kraftwerke Wynau und vier weitere am Projekt beteiligte Personen mit dem Flugzeug ab. Die Elektrizitätswerke Wynau verlieren vom einen auf den anderen Tag auf tragische Weise zwei zentrale Führungskräfte des Unternehmens und vier weitere Mitglieder des Neubauprojektes.

    Todesanzeige
    Bildquelle: eigenes Bild


    Die ausserordentliche Generalversammlung vom 26. Februar beschliesst den Bau der ersten Etappe und den Projektkredit von 95 Millionen Franken.


    Im Februar werden auf dem Mont Soleil, im damals grössten Solarkraftwerk in Europa mit einer Panelfläche von 4'575m2, die ersten kWh Strom produziert.


    Am 31. März 1992 ist offizieller Baubeginn (Etappe 1) für das neue Kraftwerk Wynau. Bis Ende Jahr können die Betonierarbeiten für das Wehr bereits abgeschlossen werden.

    Betonierarbeiten Wehr
    Bildquelle: eigenes Bild


    1993

    Der Bundesrat hat die Beschwerde der Umweltorganisationen gegen die Erteilung der Konzession abgewiesen. Damit verfügen die EWW seit dem 24. November 1993 über eine rechtsgültige Konzession für das komplette Ausbauvorhaben (Neubau KW Wynau mit Unterwasserstollen).

    Die erste Bauetappe läuft seit dem offiziellen Baubeginn vom März 1992. Die Projektierung der zweiten Etappe (Unterwasserstollen) wird nun in Angriff genommen.


    Die Bauarbeiten der ersten Etappe verlaufen nach Plan. Nachdem die Wehranlage Ende 1992 fertiggestellt wird, muss der Fangedamm für die Maschinenhaus-Baustelle versetzt werden. Bis Ende 1993 sind auch die Betonkonstruktionen eingebaut und die Betonplatte des Maschinenhauses teilweise sowie der untere Abschnitt der Ufermauer betoniert.

    Baustellen-Einrichtung Maschinenhaus
    Bildquelle: eigenes Bild

    Bild links: Luftaufnahme Betonierarbeiten Wehr
    Bildquelle: eigenes Bild

  • 1994–1995

    1994

    Die Bauarbeiten für das neue Kraftwerk verlaufen auch 1994 nach Plan. Die Rohbauarbeiten sind soweit fortgeschritten, dass im Jahr 1995 mit dem Innenausbau und den Montagearbeiten gestartet werden kann. Die Baustelle wird im Jahr 1994 von rund 2400 interessierten Personen besichtigt.

    Betonarbeiten Maschinenhaus
    Bildquelle: eigenes Bild


    Die positiven Ergebnisse aus einer Wirtschaftlichkeitsberechnung Etappe 2 bewegen den Verwaltungsrat einen Projektierungskredit in der Höhe von 460'000 Franken zu sprechen.

    Planansichten Etappe 2
    Bildquelle: eigene Bilder


    Die Verstärkung der Ortsnetze und Transportleitungen werden im gesamten Versorgungsgebiet für anstehende Neuerschliessungen weiter vorangetrieben. 


    1995

    Am 16. Mai 1995 findet im Landgasthof zur Traube in Wynau die 99. ordentliche Generalversammlung statt. Im Anschluss erfolgt der Jubiläumsakt «100 Jahre Elektrizitätswerke Wynau AG».

    Zu dieser Zeit beliefert die EWW ihre Kunden mit insgesamt rund 600 GWh Strom pro Jahr. Die Netzinfrastruktur besteht aus 10 Unterwerken 50/16 kV, 259 Transformatoren 16/0,4 kV sowie über 1’000 km Frei- und Kabelleitungen. Zur Erfassung der Verbrauchswerte sind insgesamt über 11'200 Messapparte installiert.

    Versorgungsgebiet 1995
    Bildquelle: eigenes Bild


    Am 16. Oktober 1995 erfolgt die definitive Ausserbetriebnahme des «alten» Kraftwerks Wynau. Umgehend erfolgen die Rückbauarbeiten der alten Kabeltrassen, Turbinenräder, Wehranlagen etc.

    Maschinenhaus altes KW Wynau
    Bildquelle: eigenes Bild

    Bild links: Rückbau alte Wehranlage
    Bildquelle: eigenes Bild

  • 1996

    1996

    Am 28. Februar 1996 dreht im neuen Kraftwerk Wynau erstmals die Aareturbine. Nach dem Probebetrieb erfolgt dann die Inbetriebsetzung am 22. Mai 1996.


    An der Generalversammlung vom 14. Mai 1996 wird der Baubeschluss für die 2. Etappe einstimmig gefasst. Der spätere Bundesrat Johann Schneider Ammann wird zum Präsidenten des Verwaltungsrates gewählt.

    Generalversammlung 1996
    Bildquelle: eigenes Bild


    Am 19. Juli 1996 kommt es zu einer der grössten Brandkatastrophen der Schweiz. In der damaligen Papierfabrik «Tela» bricht im Untergeschoss ein Brand aus. Die EWW erstellen umgehend eine Notversorgungs-Infrastruktur mit zwei mobilen Transformatorenstationen, einem Notstromdiesel sowie der erforderlichen Hochspannungsverkabelung. Drei Feuerwehrleute verlieren bei den Löscharbeiten ihr Leben.

    Brand Tela
    Bildquelle: Keystone


    1996 werden auch die ersten 3 Windturbinen auf dem Mont Crosin mit einer Leistung von je 600 kW durch die BKW in Betrieb genommen.

    Bild links: Windturbine Mont Crosin
    Bildquelle: Bieler Tagblatt


    Vom 12. - 14. September 1996 finden die Einweihungsfeierlichkeiten für die erste Etappe des Neubauprojektes mit geladenen Gästen und einer grossen Anzahl Stromkunden statt. Anlässlich dieser Feierlichkeiten erfolgt auch die Uraufführung des EW-Wynau Marsches. Der Neubau der 1. Etappe bringt eine Produktionssteigerung von 10%.

    Mit Inbetriebnahme der neuen Kraftwerksanlagen wird fortan interessierten Personengruppen die Möglichkeit geboten, anlässlich von Besucherführungen die KW-Anlagen zu besichtigen. Dieses kostenlose Angebot wird in der Folge jährlich von mehreren hundert Personen genutzt

    Einweihungsfeierlichkeiten EW Wynau
    Bildquelle: eigene Bilder

  • 1997–1999

    1997

    Im Februar 1997 hat die Europäische Union ihre Richtlinien zur schrittweisen Öffnung des Strommarktes in Kraft gesetzt.


    Gegen die erteilte Baubewilligung der Etappe 2 wird im Mai 1997 durch verschiedene Umweltschutzorganisationen Beschwerde eingereicht. Die Bauarbeiten können dadurch nicht gestartet werden. Bis zum heutigen Tage dauert ein juristisches Hin und Her. In dieser Zeit müssen verschiedenste Anpassungen des Projektes an die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen, Verträglichkeitsprüfungen und vieles mehr umgesetzt werden. Das Projekt zur Realisierung der Etappe 2 ist bis zum heutigen Tag sistiert.


    1998

    Der Grundstein zum Aufbau eines umfassenden Dienstleistungsgeschäftes für lokale Energieversorgungsunternehmen, Gemeinden und Kantone wird gelegt. Gestartet wird mit Abrechnungsdienstleistungen (Strom, Wasser, Abwasser) und der technischen Betriebsführung für die Werkbetriebe Niederbipp.


    1999

    Mit Blick auf die bevorstehende Öffnung des Strommarktes wird die Strategie der EWW, die zukünftige Organisation und Marktausrichtung analysiert und eingehend diskutiert. Der Entscheid fällt zur Gründung einer Holdingstruktur ab dem Jahr 2000 und einer Umbenennung der Unternehmung in die onyx Energie Mittelland AG. Unter dem Dach der Holding laufen die drei Tochtergesellschaften onyx Energie Dienste AG, onyx Energie Netze AG und onyx Energie Produktion AG.

    Mit dieser organisatorischen Neu-Ausrichtung kann auch das gesetzlich geforderte Unbundling umgesetzt werden. Noch im Jahr 1999 wird als Vorläufer die Tochtergesellschaft onyx Energie Dienste AG gegründet.

    Holdingstruktur onyx
    Bildquelle: eigenes Bild


    Der Sturm «Lothar» vom 26.12.1999 hinterlässt grosse Waldschäden und auch weitreichende Schäden an Infrastrukturanlagen der Stromversorger. Einzelne abgelegene Höfe müssen bis zu 4 Tagen auf die Stromversorgung verzichten.

    Sturm Lothar
    Bildquelle: eigenes Bild


    In der Silvesternacht stehen 27 Mitarbeitende im Pikett- und Bereitschaftsdienst, um bei allfälligen Komplikationen bei der Datumsumstellung in Computersystemen unterstützend eingreifen zu können. Der Jahreswechsel erfolgt jedoch ohne nenneswerte Vorkommnisse.

    Bereitschaftsdienst Silvester 1999/2000
    Bildquelle: eigenes Bild


    Schäden durch Sturm Lothar
    Bildquelle: NZZ

  • 2000–2002

    2000

    Die Generalversammlung vom 23. Mai 2000 genehmigt einstimmig die Umstrukturierung von den EWW zur onyx.


    Am 24.9.2000 verwirft die Schweizer Stimmbevölkerung die Energievorlage (Solarrappen, Förderabgabe für erneuerbare Energien, Energielenkungsabgabe) an der Urne deutlich.


    Im Jahr 2000 wird durch die Netzbauequippen in grösserem Umfang Leitungsanpassungen und Baustellenversorgungseinrichtungen für die Neubaustrecke der Bahn 2000 erstellt.

    Bahn 2000
    Bildquelle: Markus Gabarell


    Seit dem Jahr 2000 verfügt das Unternehmen auch über eine eigene Website.
    Diese kann unter www.onyx-energie.ch aufgerufen werden.


    2001

    Mit IS-E/Abacus wird ein neues Verrechnungs- und Marketingsystem eingeführt. Diese Software bildet bis heute die Basis für das umfassende Dienstleistungsgeschäft, welches laufend ausgebaut wird.


    Am 1. September 2001 werden die Kraftwerksanlagen TÜV-zertifiziert. Somit kann die onyx zukünftig die produzierte Energie aus erneuerbarer Quelle unter dem TÜV-Label anbieten.


    2002

    Die Schweizerinnen und Schweizer haben am 22. September 2002 das Elektrizitätsmarktgesetz (EMG) abgelehnt und somit gegen eine Liberalisierung des Strommarktes gestimmt.
    Doch bereits ¾ Jahre später hat das Bundesgericht mit einem auf dem Kartellrecht basierenden Urteil einer „fallweisen Durchleitung“ den Strommarkt faktisch geöffnet. Für die Umsetzung aber fehlt die Spezialgesetzgebung.


    Das im Vorfeld zur geplanten Marktöffnung zusammen mit den onyx-Vertriebspartnern gestartete Projekt "Energie-Vision" wird mit der im Herbst 2002 lancierten gemeinsamen Strommarke "onergy" sowie den verschiedenen Stromprodukten, Dienstleistungen und Aktionen nach aussen sichtbar.

    Marke onergy
    Bildquelle: eigenes Bild


    Bild links: Casa Calor, Angebot aus der Marke onergy
    Bildquelle: eigenes Bild

    Ökostromangebot aus der Marke onergy
    Bildquelle: eigenes Bild


    Zukünftig sollen die Hochspannungsmessdaten mittels Fernauslesungen erfasst und übermittelt werden. Dazu werden die Messstationen umgerüstet und die Kommunikationsverbindungen auf Lichtwellenleiter umgebaut.

  • 2003–2005

    2003

    Im Mai wird zusammen mit den Partnern Elektra Birsek Münchenstein  (EBM) und Elektra Baselland (EBL) die gemeinsame Handelsfirma Efforte AG mit Sitz in Olten gegründet. Die Efforte AG soll für die 3 Werke mit einem gemeinsamen Energieabsatz von rund 2'700 GWh eine wettbewerbsfähige Strombeschaffung sicherstellen.

    efforte
    Bildquelle: eigene Bilder


    Weitere Mandate im Geschäftsbereich "Dienstleistungen" stossen dazu. Beispielsweise kann für die Gemeinde Melchnau die technische und administrative Betriebsführung übernommen werden sowie für Lotzwil den Pikettbereitschaftsdienst.


    2004

    Per 1.1.2004 wird Steinhof 59. Aktionärsgemeinde der onyx. Dies wird möglich, in dem Herzogenbuchsee 10 Aktien an Steinhof veräussert.

    Steinhof 59. Aktionär
    Bildquelle: eigenes Bild


    Die in der Mess- und Regeltechnik für die Wasserwirtschaft tätige Unternehmung "Faltinek" stösst zur onyx-Gruppe. Die onyx erhofft sich dadurch, ihre eigenen Dienstleistungen durch das Unternehmen Faltinek auch ausserhalb des angestammten Versorgungsgebietes anzubieten zu können.

    Logo Faltinek
    Bildquelle: eigenes Bild


    2005

    Im Herbst 2005 öffnet die onyx Energie Produktion ihre Tore und über 2'000 Besucherinnen und Besucher lassen sich über die nachhaltige Stromproduktion mittels Wasserkraft informieren.

    Bild links: Tag der offenen Tür im Wasserkraftwerk Wynau
    Bildquelle: eigenes Bild

    Tag der offenen Tür im Wasserkraftwerk Wynau
    Bildquelle: eigenes Bild


    Die zwei grössten Aktionäre der onyx (Langenthal und Herzogenbuchsee) verkaufen per Ende 2005 ihre Anteile an die BKW Energie AG. Die BKW unterbreitet auch allen anderen onyx-Aktionären ein äusserst interessantes Übernahmeangebot. In der Folge veräussern auch die restlichen Aktionärsgemeinden ihre Anteile. Seit 2006 hält die BKW einen Anteil von über 99.9%.

    Die onyx wird als eigenständiges Tochterunternehmen der BKW weitergeführt.

  • 2006–2007

    2006

    2006 wird für das Unterwerk «Klus», ein Gemeinschaftsprojekt der AEK, aen und onyx, die Baubewilligung erteilt. Mit diesem Unterwerk kann die Versorgungssicherheit für die Region Oensingen / Thal erhöht und dem steigenden Strombedarf Rechnung getragen werden. Nach einer Bauzeit von rund 1½ Jahren erfolgt im Jahr 2007 die Inbetriebnahme.

    Neubau UW Klus
    Bildquelle: eigenes Bild


    Die Swissgrid, nationale Netzgesellschaft und für den sicheren Betrieb und die Überwachung des Schweizer Übertragungsnetzes zuständig, wird von den grossen schweizerischen Verbundunternehmen gegründet.
    Ab Dezember 2006 koordiniert Swissgrid das aus 8 Regelzonen bestehende Übertragungsnetz.

    Swissgrid
    Bildquelle: Handelszeitung, Keystone


    onyx übernimmt das erste umfassende Geschäftsführungsmandat für die Elektrizitätsversorgung Härkingen HEH.

    Logo HEH
    Bildquelle: eigenes Bild


    Mit dem Eintritt der onyx in die BKW-Gruppe wird entschieden, die gemeinsame Strommarke onergy und die darin enthaltenen Angebote per Ende 2006 einzustellen. An dessen Stelle tritt die Marke 1to1 energy mit ihren Produkten und Serviceleistungen.

    Logo 1to1 energy
    Bildquelle: eigenes Bild


    2007

    Die BKW überträgt der onyx den Betrieb und die Instandhaltung des Kraftwerks Bannwil.

    KW Bannwil
    Bildquelle: eigenes Bild


    Am 9. August 2007 erreicht die Aare infolge intensiver, grossflächiger Regenfälle eine für das KW Wynau/Schwarzhäusern neue Rekordabflussmenge. Pro Sekunden fliessen 1'259 m3 Wasser durch die Anlagen. Das Naturereignis bringt viel Schwemmmaterial.

    Bild links: Hochwasser
    Bildquelle: eigenes Bild

    Hochwasser
    Bildquelle: eigenes Bild


    Sämtliche Kunden der BKW Regionalvertretung Wangen a. Aare (24 Gemeinden) sowie die Mitarbeitenden der RV Wangen a.A. werden auf Mitte 2007 in die onyx überführt. Die Zahl der direktversorgten Kunden verdoppelt sich durch diese Neuorganisation. Gleichzeitig übernimmt die onyx auch den Netzbetrieb und Unterhalt für dieses Gebiet.

    Mit Ausweitung der Marktgebietsverantwortung stossen mit EnerCom Kirchberg und EV Koppigen-Willadingen zwei weitere Vertriebspartner zum Netzwerk der onyx.

    Marktgebiet
    Bildquelle: eigenes Bild

    Die onyx erwirbt das Versorgungsnetz der Gemeinde Rohrbach und sämtliche Kunden werden ab 1.1.2008 in die Detailversorgung der onyx überführt.

  • 2008–2010

    2008

    Am 1. April 2008 wird das Strommarktgesetz in Kraft gesetzt.


    Durch den Zusammenschluss von Atel und EOS entsteht Anfang 2009 unter dem Namen Alpiq der grösste Energiedienstleister der Schweiz.

    Logo Alpiq
    Bildquelle: Keystone / Urs Flueeler


    Ab diesem Jahr müssen auf den Energierechnungen die Kostenelemente Energie, Netz und Abgaben getrennt ausgewiesen werden. Dies erfordert grössere Anpassungen in den Bereichen Kostenrechnungen und Energieverrechnung.


    Mit einer unterirdischen Bohrung wird im Nov. 2009 eine Querung der Emme vorgenommen. Mit diesem anspruchsvollen Netzprojekt können die in diesem Gebiet vorhandenen Freileitungen in den folgenden 2 Jahren in den Boden verlegt werden.

    Bild links: Emmenprojekt
    Bildquelle: eigenes Bild

    Emmenprojekt
    Bildquelle: eigenes Bild


    Swissgrid übernimmt den Betrieb des gesamten Höchstspannungsnetzes.

    Swissgrid (Hochspannungsleitungen)
    Bildquelle:  energate messenger schweiz


    2009

    Das Parlament beschliesst, ab 1.1.2009 die kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) einzuführen. In der Folge steigen die Anfragen und Anschlussgesuche auch bei onyx für die Installation von PV-Anlagen markant an.


    2010

    Im Frühjahr wird das erste Elektroauto in die Fahrzeugflotte der onyx aufgenommen. Damit sollen Erfahrungen gesammelt werden für spätere Anschaffungsentscheide.

    erstes Elektroauto
    Bildquelle: eigenes Bild


    Damit bei Stromunterbrüchen eine temporäre Not-Versorgung gewährleistet werden kann, beschafft die onyx eine weitere leistungsstarke mobile Notstromanlage mit einer Leistung von 550 kVA.

    Notstromanlage
    Bildquelle: eigenes Bild


    Die Firma Faltinek wird verkauft.

  • 2011–2013

    2011

    Am 11.3.2011 zerstört ein Tsunami das Kernkraftwerk Fukushima und löst eine nukleare Katastrophe aus. Der Reaktorunfall führt zu grossen Umwälzungen hinsichtlich der Kernenergie. Dies auch in der Schweiz. Bereits im Mai entscheidet der Bundesrat, schrittweise aus der Kernenergie auszusteigen.

    Fukushima
    Bildquelle: The Telegraph


    Die onyx verlässt die gemeinsame Beschaffungsplattform efforte. Die Leistungen werden zukünftig durch die Stromhandelsplattform der BKW erbracht.


    2012

    Die onyx erwirbt das Versorgungsnetz der Gemeinde Rohrbachgraben und sämtliche Kunden werden ab 1.1.2012 in die Detailversorgung der onyx überführt.


    Auf dem Dach der onyx entsteht im Frühjahr eine PV-Anlage mit einer Leistung von 30 kVA.

    PV-Anlage onyx
    Bildquelle: eigenes Bild


    onyx lanciert zusammen mit der BKW ein Förderprogramm für PV-Anlagen (80% Übergangsfinanzierung) welche bei der KEV angemeldet jedoch noch nicht ins Programm aufgenommen worden sind.


    onyx übernimmt erstmals ein Mandat für eine Geschäftsführung ausserhalb des angestammten Versorgungsgebietes. Die Elektrizitätswerke Grindelwald haben sich für die Dienstleistungsangebote der onyx entschieden.

    Gebäude EWG
    Bildquelle:  eigenes Bild


    Im Jahr 2012 erreicht die Stromproduktion im KW Wynau/Schwarzhäusern einen neuen Rekord. Dank sehr gutem Wasserdargebot können beinahe 96 GWh Strom erzeugt werden.  


    2013

    Anfang 2013 wird die Swissgrid Eigentümerin des Schweizerischen Übertragungsnetzes, nachdem sie 2009 dessen Betrieb übernommen hat. Dieses zeigt sich mit folgenden Eckwerten:

    Länge 6'700 km
    Spannungsebene 220 kV / 380 kV
    Unterwerke 141
    Strommasten 12'000

    Die onyx übernimmt für die Elektrizitätswerke Reichenbach ein weiteres Mandat für eine Geschäftsführung ausserhalb des Versorgungsgebietes

    Mittlerweile erbringt die onyx für 15 Gemeinden/lokale Energieversorger umfassende Leistungen für die Betriebs- und Geschäftsführung.

    Dienstleistungsangebot für Gemeinden und Energieversorger
    Bildquelle: eigene Bilder


    Die onyx nimmt den 2. Heissluftballon als Werbeträger in Betrieb.

    Heissluftballon
    Bildquelle: eigenes Bild

  • 2014–2015

    2014

    Seit April können dezentrale Stromproduzenten ihre selbst produzierte Energie auch selber verbrauchen. onyx unterstützt Anlagenbesitzer mit Beratung und Installationsarbeiten in den Umsetzungsaufgaben.

    Grafik Eigenverbrauch
    Bildquelle: Eigenes Bild


    Das Angebot für Führungen durch die Kraftwerksanlagen Wynau/Schwarzhäusern
    wird erweitert und neu strukturiert. Nebst Gruppenführungen bietet die onyx jährlich 3 open-days für Einzelpersonen und Kleingruppen an. Durchschnittlich besuchen jährlich rund 700 Personen unsere Anlagen.

    Bild links: Besucherwesen
    Bildquelle: eigenes Bild

    Besucherwesen
    Bildquelle: eigenes Bild


    2015

    Am 15. Januar 2015 hebt die Schweizerische Nationalbank den Euro-Mindestkurs auf.

    In der Folge hat dies einen direkten Einfluss auf die Strompreisentwicklung an den Handelsplätzen.

    Euro Mindestkurs
    Bildquelle:  SRF


    Das modernste Flusskraftwerk der Schweiz, das Wasserkraftwerk Hagneck geht am 23. Oktober 2015 in Betrieb.

    Wasserkraftwerk Hagneck
    Bildquelle: eigenes Bild


    Die onyx installiert am Hauptsitz eine öffentlich zugängliche Stromtankstelle.

    Stromtankstelle am Hauptsitz
    Bildquelle: eigenes Bild


    Die Energieversorger EW Grindelwald und EW Reichenbach werden in die BKW integriert.


    Die BKW beurteilt die politischen und finanziellen Entwicklungen hinsichtlich der Kernenergie in der Schweiz. In der Folge reicht sie am 18. Dezember 2015 beim UVEK das Stilllegungsgesuch für das Kernkraftwerk Mühleberg ein.

    Kernkraftwerk Mühleberg
    Bildquelle: eigenes Bild

  • 2016–2017

    2016

    Ab Anfang Jahr erhalten alle onyx-Kunden in der Grundversorgung unter der Bezeichnung energy blue standardmässig Strom zu 100% aus zertifizierter Wasserkraft. Die Energie ist CO2-frei und stammt aus regionalen und weiteren Wasserkraftwerken aus
    der Schweiz. Nebst energy blue kann der Kunde zwischen energy green (Sonnenenergie) und energy grey (vorwiegend Kernenergie) wählen.

    Stromqualitäten
    Bildquelle: eigenes Bild


    BKW übernimmt die Mehrheit (über 96%) an der AEK Energie AG. Sie entscheidet, die beiden regionalen Energieversorger AEK und onyx in einer Betriebsgesellschaft (AoA) zusammenzuführen. Die Marken AEK und onyx bleiben jedoch bestehen und für die Kunden entstehen keine Änderungen bei den Ansprechpersonen.

    Versorgungsgebiet AEK onyx AG
    Bildquelle: eigenes Bild


    Mit der Zusammenführung der beiden Unternehmungen können Synergien genutzt und die vorhandenen Produkte und Dienstleistungen beider Organisationen sowie die Angebote aus der BKW-Gruppe zukünftig in der Marktbearbeitung erfolgreich eingesetzt werden.

    Angebote aus der BKW-Gruppe
    Bildquelle:  eigenes Bild


    onyx erweitert ihr Dienstleistungsangebot in den Bereich Trinkwasser und erwirbt die Firma Aqua Innovation.

    Logo Aqua Innovation
    Bildquelle: eigenes Bild


    2017

    Am 21. Mai 2017 sagt die Schweizer Stimmbevölkerung mit 58.2% JA zur Energiestrategie 2050.

    Energiestrategie 2050
    Bildquelle: Kaspar Huggenberg


    Für die Kraftwerke Bannwil sowie Wynau/Schwarzhäusern wird der Betrieb und Unterhalt in die Verantwortung der BKW übertragen.

  • 2018–2020

    2018

    In Madiswil hat die onyx 2018 zusammen mit der BKW erstmals eine Home Energy Lösung geplant und umgesetzt. Mit der auf dem Firmendach installierten PV-Anlage, dem Eigenverbrauchsmodell mit Stromspeicher kann 37% der benötigten Energie aus der eigenen Anlage bezogen werden. Gleichzeitig wird auch eine öffentlich zugängliche Stromtankstelle errichtet.

    WBM Madiswil
    Bildquelle: eigenes Bild


    Im November 2018 erfolgt der Spatenstich für das Logistikzentrum Luterbach. Mit BKW, AEK, onyx, Arnold und BKW AEK Contracting werden ab Ende 2019 rund 140 Mitarbeitende an diesem Standort arbeiten.

    Logistikzentrum Luterbach
    Bildquelle: eigenes Bild


    2019

    Erstmals in der Schweiz wird am 20. Dezember 2019 mit dem Kernkraftwerk Mühleberg ein Atomkraftwerk ausser Betrieb genommen.


    2020

    Die onyx feiert ihr 125 jähriges Jubiläum. Das Unternehmen ist mit ihren Mitarbeitenden für die anspruchsvolle Energiezukunft schlagkräftig und breit gefächert aufgestellt. Als innovative Energieversorgerin und Dienstleisterin bleibt sie weiterhin regional präsent und nah bei ihren Kunden.